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Schwanfeld im Nibelungenlied

 

 

 

Vor dem Hintergrund der historischen Gestalt des Arminius (Schlacht im Teutoburger Wald, 9 n. Chr. ) und der Vernichtung der Burgunder durch die Rom verpflichteten Hunnen im Jahre 436 n. Chr. entstand das Nibelungenlied, dessen Ursprünge am Hof des kraftvollen Frankenkönigs Karl des Großen zu suchen sind.

In diesem großen Epos, das 1203 bei Passau vollendet wurde, wird die große staufische Zeit geschildert. Der Weg beginnt just in Worms, das nicht nur einst Mittelpunkt der Burgunder war, sondern auch als älteste Reichsstadt bezeichnet werden kann, in der im Jahr 1122 der Investiturstreit beendet wurde.

Es wird von der Reise zum Main berichtet und von Ostfranken, durch das die Mannen gegen Swanefelde ritten, und vom zwölften Morgen, an dem der König die Donau erreichte.

In Ostfranken gibt es nur ein Schwanfeld, das in der Tat auch 11 Tagesreisen nördlich der Donau liegt. "Hagen ist die Gegend wohlbekannt". Er ist identisch mit dem mächtigen staufischen Reichsministerialen von Hagenau, der um 1200 historisch belegt ist. Um diese Zeit war Schwanfeld wahrscheinlich staufischer Reichsbesitz, der zwischen 1215 und 1250 infolge der teuren Italienpolitik Friedrichs II. ein Teil des hennebergischen Reichslehens Mainberg wurde.

Bild im Bürgerzentrum von Walther von der Vogelweide

 

 

 

Dass es sich um unser Schwanfeld handelt, kann auch deshalb als gesichert angenommen werden, da der Ort damals an der alten Straßenverbindung Würzburg-Bamberg lag, die sich hier mit einer alten Rompilgerstaße kreuzte.

Es ist heute zweifelsfrei erwiesen, dass sich im Jahre 1203 ein Magister Konrad im Gefolge des Bischofs Wolfger von Passau befand, ebenso wie dies nach den Überlieferungen auch für Walther von der Vogelweide bekannt ist. Beiden wird die Endfassung des Nibelungenliedes zugeschrieben, die in Zeiselmauer entstand. Untermauert wird dies durch die Tatsache, dass einige Gedichte Walthers von der Vogelweide in der Form der Strophen des Nibelungenliedes geschrieben sind. Seine Vertrautheit mit höfischen Sitten setzt eine adelige Abstammung voraus. Sein lebenslanger Kampf um standesgemäße Anerkennung und um ein Lehen, seine politischen Stellungnahmen für die Staufer und seine sozialkritischen oft mit Leidenschaft, Hohn und Bitterkeit vorgetragenen Forderungen sprechen dafür, dass er dem lehensfähigen Herrendienst entstammt. Seine Herkunft muss also dort gesucht werden, wo staufisches Hofrecht um 1200 Geltung hatte, wo der landansässige Ministerialadel die Bezeichnung "Herr" führen durfte. Es kommt also für die Herkunft nur eine terra imperii wie im fränkischen Raum längs des Mains infrage. Wolfram von Eschenbach hat Walther mit "Herr" tituliert ("Herren von Schwanfeld"). Sinngemäß gleicht das Wort "Vogelweide" dem Wort ,,Schwanefeld". Schildert Walther von der Vogelweide im Nibelungenlied seinen Weg von Schwanfeld nach Passau? Es spricht viel dafür. Der Minnesänger Otto von Bodenlauben war ein Kreuzfahrer wie sein Vater und genoss hohen Ruf im fränkischen Raum. Sein ritterlicher Begleiter war Konrad von Schwanfeld (erwähnt 1228). Besagter Otto traf auf der Rückkehr von seinem letzten Kreuzzug aus Jerusalem 1219 in Aquileja Walther von der Vogelweide.

Vielleicht war dies der Zeitpunkt, dass Walther, der ein feuriger Vertreter der Reichsidee und treuer Anhänger Friedrichs II. war, die Chance erhielt, von 1220 bis 1224 Erzieher des kaiserlichen Sohnes Heinrich zu werden.

Walther von der Vogelweide erhielt endlich von Friedrich II. sein Lehen. Er starb im April/Mai 1230 als Pfründner des Neumünsterstiftes in Würzburg und wurde mit sehr großer Wahrscheinlichkeit im Lusamgärtchen beerdigt.

Die Probstei Neumünster, ein staufisches Lieblingskloster, hatte noch im Jahre 1603 elf Untertanen in Schwanfeld, als der Ort als erledigtes Lehen an den Fürstbischof von Würzburg kam.

In seiner Rennerlandschaft schreibt der fleißige "Schulmeister" Hugo von Trimberg 1298:

"Ob Schwanfelder ihre Wörter lenkend und Babenberger ihre Sprache prägend von den Hülsen auf den Korn..."

  

Bild im Bürgerzentrum: "Auszug aus der Nibelungennot"

 

 

 

 

 

Damit dürfte der letzte Beweis gebracht worden sein, dass Walther von der Vogelweide aus dem verarmenden Geschlecht der Herren von Schwanfeld stammt, das eng mit dem Hause Bodenlauben verbunden war; denn 1228 wird Konrad von Schwanfeld als Burgvogt und Begleiter des Grafen Otto von Bodenlauben in einer bischöflichen Urkunde erwähnt. Die Herren von Schwanfeld blieben bis zu ihrem Aussterben Ende des 14. Jahrhunderts als Ritter auf Burg Bodenlauben.

 

Der Dichter schwärmt von Walther von der Vogelweide und vergleicht sich hier mit ihm, er, der Babenberger (Bamberger) mit dem Schwanfelder Walther von der Vogelweide.

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